Interview mit Thorsten Mense und Thomas Ebermann
Sperrig, verstaubt, realitätsfern – das sind nur einige Worte, die man spontan mit dem Begriff »Theorie« verbindet. Genau das möchte »Eine Theorie für die Praxis«, das neue Format des Rostocker Lokalsenders Lohro, ändern.
Ausgangspunkt bilden mal mehr, mal weniger bekannte Theorietexte, die entweder zu den sogenannten Klassikern zählen, einen guten Einstieg bieten oder aktuelle Antworten auf drängende Fragen liefern. Dieses Mal sind Thorsten und Thomas zu Gast und sprechen über »Meinung Wahn Gesellschaft« von Theodor W. Adorno.
In diesem weniger bekannten aber äußerst lesenswerten Text von 1963 entlarvt er den angeblich gesunden Menschenverstand als gar nicht allzu weit entfernt vom Wahnhaften und erläutert, warum die Meinung, selbstsicher wie argumentationsresistent, gegen Erfahrung und Selbstreflexion abschirmt.
Die beiden geben nicht nur einen ausführlichen Einblick in ihr aktuelles Programm, sondern diskutieren auch die verschiedenen Aspekte des Textes und den Einfluss ihrer biographischen Hintergründe für ihren Zugang zur Gesellschaftstheorie.
